Ironman Regensburg 2010 // Faris Al-Sultan und Sonja Tajsich gewinnen die Premiere
 
Es ist der 1. August 2010: nach 8:13:37 Stunden gewinnt Faris Al-Sultan die Premiere des Ironman Regensburg und feiert somit den vierten Ironman-Sieg seiner Karriere. Es waren weder Heimvorteil, noch Routine. Mit Geduld und einer guten Taktik entschied der Münchner im abschließenden Marathon und vor einer begeisternd feiernden Zuschauermenge das Rennen für sich. Sonja Tajsich tat es ihm gleich und konnte sich so am Ende souverän als erste Siegerin in die Ergebnisliste des Ironman Regensburg eintragen.
Dienstag, 3. August 2010
Um 7 Uhr war es soweit, 2000 Triathleten bringen den Guggenberger See mit der ersten Einheit des Tages über 3,8 km zum brodeln. Der Start der Premiere von Regensburg war gerade erfolgt, da setzte sich auch schon eine kleine Spitzengruppe um den Spitzenschwimmer Christof Wandratsch vom Feld ab. Nach nur 45:27 Minuten steigen schließlich die ersten beiden, Horst Reichel und direkt dahinter Faris Al-Sultan aus dem Wasser. Teamkollege im Abu Dhabi Triathlon Team, Andreas Böcherer war nur eine Minute dahinter.
 
Auf der anspruchsvollen und landschaftlich reizvollen Radstrecke durch den Landkreis Regensburg konnte sich jedoch kein Athlet entscheidend absetzen. Dennoch hatte Böcherer nach 180 km einen Vorsprung von 3 Minuten herausgefahren. Ob der allerdings reichen würde, mußte der abschließende Marathonlauf durch die Altstadt und den Donaupark entscheiden.
 
Lange lag der Freiburger Andreas Böcherer nach dem Radfahren in Führung. Doch von Beginn an machte Faris Al-Sultan Druck und wirkte dabei immer noch sehr fit. Kilometer für Kilometer und Sekunde für Sekunde kam er so dem Erstplatzierten Böcherer näher. Entschlossen knabberte das „Eichhörnchen“ an dem scheinbar komfortablen dreiminütigen Vorsprung des Führenden. Den Spitznamen trägt Al-Sultan aufgrund seines individuellen Laufstils und seiner konsequenten Renntaktik. Bei Kilometer 36 wurde Böcherer dann regelrecht übersprungen und konnte dem Tempo des Münchners nicht folgen. Doch von Hinten lauerte bereits ein weiterer Überflieger des Tages. Nils Görke aus Kiel hatte kurz zuvor schon Christian Brader überholt und kam mit einem fantastischen Lauf nun auch dem Zeitplatzierten immer näher. Doch die 42,2 Kilometer sollten für die Aufholjagt des Kielers nicht reichen. Mit der besten Marathonzeit von 2:48:07 Stunden komplettiert Görke schließlich nach 8:22:57 Stunden das erste Podium des Regensburger Ironmans. Ein sichtlich erschöpfter Faris Al-Sultan bezeichnete diesen Sieg als seinen wichtigsten Erfolg in den letzten Jahren und vor allem in Deutschland. Besondere Unterstützung habe er durch das äußerst begeisterte Publikum entlang der Strecken erhalten.
 
Bei den Frauen war der Heimvorteil der Favoritin Sonja Tajsich von Beginn an deutlich sichtbar. Erstaunlich früh war sie bereits aus dem Guggenberger See gestiegen und holte den Rückstand von fünf Minuten nach dem Schwimmen sehr schnell auf. Zunächst hatte jedoch Katja Rabe das Kommando auf der Radstrecke von Katja Konschak übernommen, die in Frankfurt Gesamtsechste geworden ist. Doch schon bei Kilometer 60 hatte Tajsich die Lücke geschlossen und kam in Führung liegend mit der besten Radzeit zum Laufwechsel.
 
Auf den vier Runden durch die Regensburger Altstadt und entlang der Donau baute sie ihre Führung stetig aus und hatte dabei sichtlich Spaß. Nach 9:09:46 Stunden stand mit Sonja Tajsich dann auch die erste Siegerin des Regensburger Ironman fest. Strahlend und von der fantastischen Stimmung beeindruckt lief sie mit der besten Marathonzeit ins Ziel ihrer Heimatstadt am Weltkulturerbe „Stadtamhof“.
 
Zweite, mit 10 Minuten Rückstand, wurde die Koblenzerin Katja Rabe vor der Altersklasse-Triathletin Corinne Abraham (F30) aus dem britischen Maidenhead. Als dritte Profifrau erreichte Yvonne Rüger-Krömker aus Markt Schwaben das Ziel mit einer Zeit von 9:44:49 Stunden.
 
Nach dem Zieleinlauf und ihrem zweiten Ironmansieg dieser Saison nach Südafrika sagte Sonja Tajsich, sie habe beim Marathon jeden Moment genossen. Renndirektor Kai Walter ist nach dem enormen Zuspruch und der Begeisterung der Zuschauer optimistisch und zuversichtlich, den Ironman in den kommenden Jahren fest in dieser Region etablieren zu können.
 
 
Informationen:
 
Dieser Bericht entstand im Auftrag für tri2b.com anlässlich der Premiere des Ironman Regensburg 2010.
 
 
VORBERICHT
 
Ironman Regensburg 2010 // historische Premiere am
1. August rund um das Weltkulturerbe
 
Frühmorgens um 7 Uhr, am 01. August 2010 ist Regensburg nicht mehr nur Weltkulturerbe, dann ist  die bayerische Stadt an der Donau auch erstmals Austragungsort eines Ironmans. Als dritte Stadt in Deutschland ist Regensburg ab kommenden Sonntag dann Teil der Ironman-Serie und schafft mit 50 Qualifikationsplätzen eine weitere Möglichkeit auf ein Ticket für Hawai’i. Bei der Premiere ist neben Lokalmatadorin Sonja Tajsich auch der Ironman Weltmeister von 2005, Faris Al-Sultan am Start.
 
Vor einem Jahr fiel die Entscheidung, dass in Bayern mit Regensburg wieder ein Ironman ausgetragen wird. Viel wurde diskutiert, zuvor und auch danach. Doch schon bald hat man mit den Planungen und der Organisation begonnen. Denn das Team rund um Renndirektor Kai Walter musste einen Triathlon auf die Beine stellen, wie es ihn in und um die oberpfälzer Hauptstadt bisher noch nicht gab.
 
In drei Tagen ist nun endlich Premiere und dann wird nach ungefähr acht Stunden der erste Sieger des Ironman Regensburg, zwischen "Steinerner Brücke" und "Stadtamhof", in der historischen Altstadt durch das Ziel laufen. Der könnte dann Faris Al-Sultan heißen, denn der Münchner gilt gemeinhin als Favorit über die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Er selbst mag nicht so ganz an einen wirklichen Heimvorteil glauben, so hat ihn doch erst im Frühjahr eine Verletzung in seiner Trainingsplanung etwas zurück geworfen. Sonja Tajsich ist bei den Damen heiß auf ihr Heimrennen und hat den Kurs bereits akribisch einstudiert. Nach ihrem Sieg in Südafrika möchte sie nun auch den Ironman Regensburg für sich entscheiden und hat das Training seit Monaten auf die Premiere in Ihrer Heimatstadt ausgerichtet.
 
Doch nicht nur die beiden haben große Ziele. Neben Sonja und Faris gehen weitere 28 Profis bei den Männern und 12 bei den Frauen an den Start, darunter auch Andreas Böcherer und Christian Brader. Beide möchten natürlich ebenso als Erste die Premiere des Ironman Regensburg gewinnen und werden besonders auf der Rad- und der Laufstrecke Druck machen. Insgesamt sind 2200 Triathleten aus 54 Nationen gemeldet, die alle voller Erwartungen auf den ersten Ironman Regensburg und heiß auf einen der begehrten 50 Qualifikationsplätze für Hawai’i sind.
 
Doch zuvor muss jeder von ihnen, ob Profis oder Amateure, ob Frauen oder Männer, durch den Guggenberger See bei Neutraubling schwimmen. Anschließend den Zwei-Rundenkurs durch die eindrucksvolle und anspruchsvolle Landschaft des Naturparks Bayerischer Wald, vorbei an der Walhalla und durch abwechslungsreiches Gelände südlich der Donau Rad fahren, um danach, auf einem Rundkurs in der Stadt einen Marathon zu laufen bevor es in das Ziel in der historischen Altstadt geht.
 
Durch die abwechslungsreiche Streckenführung sind den Triathleten wunderschöne und bleibende Eindrücke garantiert. Am Sonntag Abend wird auf alle Fälle jeder um eine Erfahrung reicher sein.
 
 
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TRIATHLON
Faris Al-Sultan beim
Ironman Hawaii 2010
Photo: Stefan Drexl