4:00 Uhr Morgens, es ist Sonntag, der 18. Juli 2010: es ist Roth. Challenge-Roth. Insidern reicht der Ortsname, sie bekommen eine Gänsehaut bei den Gedanken an Solarer und Kalvarien Berg. Nicht nur Triathleten, auch Freunde und Fans des legendären Rennens im fränkischen Seenland kennen dieses Gefühl. Die Schleusen hatten sich bereits geschlossen, nicht nur die des Main-Donau-Kanals in dem geschwommen wird, auch der Regen hatte noch vor Sonnenaufgang aufgehört. Wir hatten schliesslich am Vorabend ordentlich aufgegessen.
Ich konnte es in diesem Jahr von beiden Seiten kennen gelernt, Aktiv und Passiv. Zum einen habe ich für die Triathlon-Staffel des SCW München mit dem Schwimmen über 3,8 km und der ersten Disziplin mich ins Wettkampfgeschehen persönlich eingemischt. Zum Anderen habe auch ich mich sofort danach auf‘s Fahrrad geschwungen und bin die zehn Kilometer in die Stadt Roth gefahren um sogleich über das Rennen im Live-Ticker zu berichten. Den macht, wie jedes Jahr die Redaktion von tri2b.com um Harald Eggebrecht. Mit der Ankunft der Männerspitze vom Radfahren bin ich schliesslich auch noch auf die Laufstrecke, um die Rennentwicklung direkt mitzubekommen. Mit dem Rad natürlich und das war kein Zuckerschlecken. Nicht das ich lieber gelaufen wäre, keineswegs, aber nach dem Messen der Zeitabstände und dem anschliessenden Anruf in der Redaktion, durfte ich ziemlich Gas geben, um den Führenden wieder einzuholen.
Es war schon beeindruckend, was ich hier über 42,2 km beobachten konnte. So nah kommt man normal nicht ans geschehen ran. Aber auch die morgendliche Schwimmeinheit war eine Erfahrung, da ich bisher noch nie bei einer Langdistanz gestartet bin. Zudem konnte ich erstmals in einem Triathlon nach dem Schwimmen aufhören. Mental sicherlich toll, physikal ändert das nichts. Man schwimmt immer VK (volle Kanne).
Stressig war es dennoch, mental und physikal. Ich würde nicht um vier Uhr aufstehen, wenn ich erst um 8:45 Uhr starte. Nach dem Schwimmen sofort auf arbeiten umzustellen ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Aber das ist authentisch, das ist Leidenschaft, besser geht es nicht, um in einem Thema voll drinnen zu sein. Letztendlich hat alles hervorragend geklappt, der Live-Ticker war ein voller Erfolg, die Erfahrungen sehr intensiv und die Bedingungen habe für Top-Leistungen und Weltbestzeiten bei den Triathleten gesorgt.
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