Interview für die AZ // „Gesünder geht‘s nicht“
Ein Portrait über Schwimmen und die Wasserfreunde München
 
Pünktlich zu Ferienbeginn hat die Abendzeitung eine neue Serie über sportliche Möglichkeiten in München begonnen. Zum Thema Schwimmen im Verein wurde ich gebeten ein Interview zu geben, dass schliesslich am Freitag, 6 August 2010 in der Rubrik „FreizeitSport“ veröffentlicht wurde.
Freitag, 6. August 2010
BEITRAG der AZ in FREIZEITSPORT vom 06.08.2010 (Originaltext)
 
Vereinsportrait: beim SC Wasserfreunde erwarten einen hochqualifizierte Trainer, ein vielseitiges Angebot und - viel Spass beim Schwimmen.
 
AZ: In zwei Jahren feiert der SC Wasserfreunde - Münchens mitgliederstärkster Schwimmclub - 100. Vereinsjubiläum. Gibt es ein Rezept für den Erfolg des Vereins?
 
Stefan Drexl (SD): Selbstverständlich, wir profitieren von unseren effizienten Trainingsmethoden und dem großen Schwimmangebot. Wir legen großen Wert auf die richtige Technik und ganz wichtig, wir haben hochqualifizierte Trainer, die Sportwissenschaftler sind oder eine DSV Trainer-Lizenz besitzen. Einzigartig im Vergleich zu anderen Münchner Vereinen ist, dass unsere Trainingsmöglichkeiten in verschiedenen Schwimmbädern über die ganze Stadt verteilt sind.
 
AZ: Muss man im Verein sein, um bei den Wasserfreunden zu trainieren?
 
SD: Um regelmäßig zu trainieren schon. Man kann bei uns probeweise bis zu drei Mal an einem Training mit schwimmen. Wer einen Kurs belegen möchte muss allerdings nicht unbedingt dem Verein beitreten. Für Erwachsene starten ab September wieder unsere sehr beliebten Erwachsenen-Kraulkurse auch für Externe. Und ab kommender Saison bieten wir sogar in verschiedenen Kursen und Bädern eine Kinder-Schwimmausbildung ab fünf Jahren an.
 
AZ: Und was muss ich können, um bei Ihnen mitmachen zu dürfen?
 
SD: Als Erwachsener sollten Sie sich schon über Wasser halten können. Das Seepferdchen-Niveau muss also drin sein. Kinder können bei uns das Schwimmen von Beginn an und vor allem richtig lernen.
 
AZ: Absolute Beginner haben bei den Wasserfreunden also nichts verloren?
 
SD: Das hört sich ja brutal an. Aber richtig ist: Der Schwerpunkt des Vereins liegt durchaus in der Förderung sportlicher Ambitionen, der Verbesserung der Technik und natürlich des Wassergefühls. Dazu gehört besonders die Nachwuchsarbeit.
 
AZ: Das setzt körperliche Belastbarkeit voraus. Brauche ich zum Schwimmen ein ärztliches Attest?
 
SD: Als Breitensportler nicht. Nur Leistungsschwimmer benötigen eins. Grundsätzlich sollte sich jeder,
ob klein oder groß vorab von einem Arzt untersuchen lassen.
 
AZ: Apropos: Hält Schwimmen pumperlgsund?
 
SD: Ja, es ist die gesundheitsfördernste Sportart überhaupt, denn es schont und entlastet besonders die Gelenke, stärkt das Herz-Kreislaufsystem und macht insgesamt fit. Es ist ideal für die Fettverbrennung, denn eine Stunde richtig Schwimmen entspricht ungefähr zwei Stunden Laufen oder vier Stunden Radfahren. Bei korrekter Technik fördert Schwimmen ausserdem die Koordination und trainiert so die rechte und linke Gehirnhälfte gleichzeitig. Es wirkt  somit nicht nur auf den Körper sondern auch auf den Geist.
 
AZ: Die richtige Technik ist tatsächlich so wichtig?
 
SD: Absolut, effektiv ist nicht gleich effizient. Kraulen ist dabei die gesündeste Lage neben Rücken. Brustschwimmen dagegen schadet bei nicht sauberer Technik eher der Halswirbelsäule. Natürlich muss man als Anfänger erst einmal lernen, sich über Wasser zu halten. Kinder und Anfänger sollten aber bald das Kraulen trainieren.
 
AZ: Herr Drexl, Sie selbst schwimmen seit ihrem fünften Lebensjahr erfolgreich. Sie machen Triathlon und zählen nach wie vor zu den schnellsten Schwimmern. Wie erklären Sie sich Ihre anhaltende Liebe zum Wasser?
 
SD: Wasser ist für mich DAS Element. Beinahe schwerelos dahingleiten und das Wasser spüren. Im Verein kann ich Technik und Ausdauer trainieren. Ich bekomme Sicherheit, auch auf dem See oder im Meer. Gerade Kinder profitieren von diesem Gefühl und werden selbstbewusster.
 
AZ: Bleiben wir bei den Jungen: Viele Vereine klagen über Nachwuchsprobleme.
 
SD: Wir nicht. In den letzten zwölf Monaten verzeichneten wir einen Zuwachs von ca. 20 Prozent. Schwimmen liegt bei Kindern im Trend.
 
AZ: Die wollen aber nicht nur schwitzen, sondern auch ihre Gaudi haben.
 
SD: Der Spaß kommt nicht zu kurz. Wir haben zahlreiche Jugendcamps, Sommerfeste mit Überseschwimmen und Clubmeisterschaften auf dem vereinseigenen Wassersportgelände am Wörthsee.
 
Das Interview führte Kerstin Güntzel
 
INFO
Die SC Wasserfreunde trainieren in ganz München
Gründung: 1912
Mitglieder: ca. 1400
Jahresbeitrag: Erwachsene: 132 Euro, Kinder: 99 Euro, Familien: 228 Euro
Angebot: Schwimmausbildung für Kinder (Anfänger und Fortgeschrittene), Schwimmkurse für Erwachsene, Breitensport, Leistungssport, Triathlon, Wasserball, Tauchen, Unterwasserrugby
Schwimmbäder: Morawitzkybad (Schwabing), Peslmüllerbad (Pasing), Ridlerbad (Westend), Flurbad (Haidhausen), Gerabad (Moosach), Burmesterbad (Freimann), Torquato-Tasso-Bad (Milbertshofen), Camerloherbad (Laim), Müllersches Volksbad (Haidhausen / Stadtmitte), Harlachinger Bad, Südbad (Sendling)
Anschrift: SC Wasserfreunde München von 1918 e.V., Sandstrasse 41, 80335 München, 089 77 81 89,
SCHWIMMEN
Simon von den SC Wasserfreunden 
vor dem Schwimmstart des
Triathlon Schongau 2010
Photo: Stefan Drexlhttp://www.stefandrexl.com/shapeimage_2_link_0