Der traditionsreiche Münchner Stadtlauf findet alljährlich rund 18.000 Laufbegeisterte, die über den Odeonsplatz, durch den Englischen Garten und zurück zum Hofgarten laufen. Ob beim Halbmarathon, dem zehn Kilometer Familienlauf oder dem Kinderlauf, überall steht auch das gemeinschaftliche Sporterlebnis im Vordergrund. Um acht Uhr fiel am Marienplatz der Startschuss für den 21,1 Kilometer langen Halbmarathon. Und zum fünften Mal war auch ich am Start, um unmittelbar vor der eigenen Haustür meine persönliche Bestzeit auf der Halbmarathon Distanz ins Auge zu fassen.
Vor vier Jahren war ich das erste Mal am Start des Stadtlaufs. 1 Stunde 40 Minuten war ich damals unterwegs und habe mir danach geschworen, so etwas nie mehr zu machen. Man sieht ja, wo das dann hinführt. Auch damals war Fussball WM und Deutschland wurde im kleinen Final Dritter. Seither ist viel Zeit vergangen, viele Kilometer und auch eine Menge Laufveranstaltungen. Aber nicht das es dabei geblieben ist, ein Jahr nach meinem ersten Stadtlauf, meinem ersten Lauf überhaupt seit über 10 Jahren, fing ich auch noch wieder mit Triathlon an. Wie das nun aussieht, ist auf diesen Seiten ja ausführlich beschrieben. Ich kann nur eines sagen: es war der richtige Schritt. Ich bereue keine Minute, genieße jeden Kilometer, ob im Wasser, auf dem Rad oder beim Laufen.
Mit 17.022 Läufern jeder Alters- und Leistungsklasse strahlte am Sonntag Morgen nicht nur die Innenstadt, sondern auch der Englische Garten in kräftigem Orange. Neben dem sportlichen Event stand auch das soziale Engagement im Vordergrund: Für jeden gelaufenen Kilometer spendet Sport Scheck fünf Cent an das Projekt ''Sport im Hort'' und fördert ein größeres Bewegungsangebot für Kinder- und Jugendtagesstätten im Raum München.
Die Temperaturen dagegen waren nicht gerade förderlich und das bereits um acht Uhr morgens. Nach dem Motto, wer schneller läuft ist auch schneller im Ziel bin ich von Beginn an mein Tempo gelaufen, dass ich nach den Erfahrungen der letzten Wochen und Monate kalkuliert habe. Im Englischen Garten war es dann, dank der vielen Bäume, etwas kühler und schattiger. Aber die hohe Luftfeuchtigkeit erschwerte etwas die Atmung. Ich dachte in den Marathon Hamburg. Auch da schien die Sonne bei strahlend blauem Himmel, die Temperaturen waren jedoch ideal für einen schnellen Lauf. Die Halbmarathon Zeit dort fand ich durchaus akzeptabel, schneller musste es heute gar nicht sein.
Ich wunderte mich, dass so wenig los war, auf der aber auch an der Strecke. Ich lief alleine, noch. Bei Halbzeit waren wir dann zu Dritt, das erleichterte die nächsten Kilometer erheblich. An einigen Verpflegungsstationen schien man noch zu schlafen, zumindest bauten einige noch auf, während andere sich die Augen rieben. Kilometer 16, das Tempo wurde schneller und ich dachte mir, macht ruhig weiter so, bis es euch zerreisst. Und es kam auch so, zumindest einer der beiden, der andere dagegen riss aus. Wie gesagt, ich lief mein Tempo. Dann ging es auch schon in den Tunnel, hoch in den Hofgarten und vorbei an der bayrische Staatskanzlei und der Münchner Residenz auf die Zielgerade.
Der letzte Kilometer sollte genauso schnell sein wie der Erste und das hat wunderbar geklappt. Nur irgendwo habe ich tatsächlich 9 Sekunden liegen lassen. Da sieht man Mal, wie sich in vier Jahren auch die Gedanken während und nach so einem Lauf verändern. Tja, die Zeiten ändern sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Auch über 21 Kilometer.